Aufgabenorientiertes Training nach einem Schlaganfall: Der ArmMotus™ EMU in der Praxis
In der neurologischen Rehabilitation besteht weitgehender Konsens über zwei wesentliche Bausteine für die Wiederherstellung der Arm- und Handfunktion nach einem Schlaganfall: aufgabenorientiertes Training und eine ausreichend hohe Trainingsintensität. Durch das wiederholte Üben sinnvoller, funktioneller Aktivitäten werden die motorischen Lernprozesse angeregt, die für die Wiederherstellung der Bewegungsfunktion und die Rückkehr zu alltäglichen Aktivitäten erforderlich sind.
In der Praxis ist es jedoch häufig schwierig, eine ausreichende Anzahl an Wiederholungen zu erreichen. Eingeschränkte Muskelkraft, verminderte motorische Kontrolle und Ermüdung erschweren es, Patienten über einen längeren Zeitraum aktiv und funktionell trainieren zu lassen.
Unterstützung des funktionellen Trainings
Der ArmMotus™ EMU wurde entwickelt, um genau diese Lücke zu schließen: Er ermöglicht ein intensives, aufgabenorientiertes Training innerhalb der individuellen Belastungsgrenzen des Patienten, während der Therapeut jederzeit die Kontrolle über den Therapieprozess behält.
Die Unterstützung des Systems kann auf verschiedene Weise eingesetzt werden:
- Schwerkraftkompensation, sodass auch Patienten mit eingeschränkter Armfunktion funktionelle Bewegungen ausführen können.
- Passive Unterstützung, wenn eine aktive Bewegungsausführung noch nicht möglich ist (Assist-as-Needed).
- Korrigierende Unterstützung während aktiver Bewegungen, bei der der Patient die Bewegung selbst initiiert und nur bei Bedarf unterstützt wird.
Ein wesentlicher Vorteil ist, dass dadurch echtes funktionelles und aufgabenspezifisches Training möglich wird. Der ArmMotus™ EMU kann sowohl für realitätsnahe Übungen mit Alltagsgegenständen als auch für ergänzende Trainingsformen mit visueller und akustischer Bildschirmrückmeldung eingesetzt werden. Dadurch lässt sich die Therapie optimal an die Ziele des Patienten und die jeweilige Rehabilitationsphase anpassen.
Dies bietet Therapeuten eine hohe klinische Flexibilität: Je nach Fragestellung und Belastbarkeit des Patienten können unterschiedliche Trainingsformen gewählt und kombiniert werden.
Bei den funktionellen Übungen liegt der Schwerpunkt auf der Ausführung alltagsrelevanter Handlungen, beispielsweise dem Greifen und Umsetzen von Gegenständen oder dem Eingießen eines Glases Wasser. Die Schwerkraftkompensation unterstützt dabei die Bewegungsausführung, während der Fokus auf der funktionellen Aufgabe selbst erhalten bleibt.
Was bedeutet das für die Praxis?
Der ArmMotus™ EMU unterstützt zwei zentrale Prinzipien der modernen Schlaganfallrehabilitation:
- aufgabenorientiertes und funktionelles Training;
- eine hohe Trainingsintensität mit einer großen Anzahl an Wiederholungen.
Damit stellt das System ein wertvolles Hilfsmittel dar, um wissenschaftlich belegte Rehabilitationsprinzipien effektiv in die klinische Praxis zu übertragen.
Aufgabenorientiertes Training mit Schwerkraftkompensation
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